Duisburger Bürgerinnen und Bürger mischen sich ein

Ein Kommentar von Jürgen Lehmann

Lifesaver

Viele Duisburgerinnen und Duisburger reagieren mit Ärger und Abscheu auf die Skandale, Pleiten und Pannen der Duisburger Politik und Verwaltung den letzten Monaten.

Dieses Zitat werde ich nie vergessen!

Oberbürgermeister Adolf Sauerland bei der ersten Pressekonferenz: "Wenn Sie jetzt hören, was die Ursachen sind, dann lag es nicht am Sicherheitskonzept, was nicht gegriffen hat, sondern wahrscheinlich an individuellen Schwächen", teilte Sauerland mit.  Die Toten seien nach seinem Erkenntnisstand durch das Überklettern von Sicherheitsvorkehrungen entstanden.“ Zitat Ende

Hier geht's zur Quelle: Shortnews

Auf die Frage eines Journalisten: „Die Staatsanwaltschaft Duisburg hat die Genehmigung für die Loveparade jüngst für rechtswidrig erklärt. Das klingt nach einem ziemlich massiven Verwaltungsfehler.“

kam die lapidare Antwort des Oberbürgermeisters: „Das sehe ich anders. Die Verwaltung hatte ja gar keine andere Wahl, als dem Antrag zuzustimmen – nach Recht und Gesetz war alles in Ordnung..“

Hier nachzulesen: Neue Osnabrücker Zeitung

Sei es die Loveparade, mit 21 Toten und über 500 Verletzten, der Deal rund um das Landesarchiv und Eurogate oder die vielen kleinen oder großen Bestechungs-Skandale. Wir wollen nicht mehr tatenlos zusehen, wie dieses undurchsichtige Interessengeflecht sich zum Schaden unserer Stadt, ihrer Lebensqualität und Kultur auswirkt. 

Das Motto lautet: Schluss mit lustig! 

Mischen wir uns ein!

Ich fang mal an ………………

Ich mische mich ein, weil die Duisburger Politiker und die Verwaltung offenbar von den Bürgern erinnert werden müssen, dass sie ihre Aufgaben im Sinne der Stadt und ihrer Bürger wahrzunehmen haben. 

Ich mische mich ein, damit die finanziellen und sonstigen Mittel dieser lebenswerten und lebendigen Stadt weniger zur Bereicherung einiger gut vernetzter Profiteure und zur Realisierung von schicken Prestigeobjekten und mehr für die gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung in Duisburg genutzt werden.

Ich mische mich ein, weil Schluss sein muss mit dem Filz und der Pöstchenschacherei! Duisburg verdient Besseres. 

Ich mische mich ein, weil ich nicht von meinen Kindern gefragt werden möchte, warum ich nichts dagegen unternommen habe! 

Liebe Duisburger Bürger und Bürgerinnen, mischen auch Sie sich ein !!!!!!

 

Zur Erinnerung: Was die Angehörigen der Opfer forderten

Ansprache von Jürgen Hildwein vor der Sitzung des Rates am 06. September 2010

Mein Name ist Jürgen Hildwein. Ich bin Angehöriger eines der Opfer. Ich möchte aber auch noch einmal ein paar eigene Worte dazu sagen, bevor ich Ihnen die Resolution von der zweiten Zusammenkunft der Angehörigen am letzten Wochenende hier in Duisburg vorlesen werde. Es sind ja viele negative Sachen durch die Presse gegangen, die Verwaltung selbst, jeder Mitarbeiter der Verwaltung, ist nicht Schuld an der Loveparade. Es gibt mit Sicherheit wenige, die schuldig sind, aber nicht alle Mitarbeiter. Man sollte sich auch davor hüten, den Stab über alle Mitarbeiter der Verwaltung zu brechen. So, das möchte ich im Vorfeld dazu sagen, weil man die Sache auch ein bisschen differenzieren muss, wenn auch sehr viel Wut und Betroffenheit herrscht.

Es ist jetzt sechs Wochen her oder sechs Wochen Zeit sind vergangen. Die Zeit der Schnellschüsse und des blinden Aktionismus sind auch, denke ich, vorbei. Jetzt ist auch die Zeit reif, um Zeichen zu setzen, moralische Zeichen und Zeichen der Verantwortung. Und ich denke, dass jetzt auch die Zeit sein sollte, wo die Verantwortung getragen werden sollte, moralische Verantwortung. Von der Schuld spreche ich gar nicht. Es geht um die Moral. Moral für jeden einzelnen, der hier in Duisburg gestorben ist.

Herr Oberbürgermeister, Sie hatten ja noch am 24.07.2010 gesagt, dass 1,4 Mio. Besucher erwartet worden sind und vielleicht auch da sind. Am gleichen Tag sprachen Sie davon, dass es nur noch 250.000 sind. Die Unsicherheit in Ihrer Aussage auf den Wahrheitsgehalt liegt also nach meinem persönlichen Ermessen bei ca. 80 %. Ich mag gar nicht daran denken, nach dieser Ausgangslage, wie der Anteil des tatsächlichen Wahrheitsgehaltes in Ihrem Gutachten aussehen wird. Ich möchte das auch nicht hochrechnen. Nur man sollte das auch bedenken, auch jetzt bei der Abstimmung vielleicht. Wie gesagt, es fällt mir schwer, diesen Aussagen zu vertrauen.

 

17633-Rathaus_01Neuanfang für Duisburg

Was Duisburg braucht ist ein Neuanfang. Die Abwahl des Oberbürgermeistes Sauerland ist hier sicher ein erster und längst überfälliger Schritt. Aber damit ist es natürlich nicht getan …

Jahrzehntelanger Filz verschiedener Couleur schufen ein beinahe vollständig abgeschirmtes System, in dem Stadtspitze und Mandatsträger weniger die Interessen der Bürger, dafür aber umso mehr Parteiinteressen und persönliche Versorgungsbegehrlichkeiten im Blick hatten.

Einsicht in das, was „unsere“ gewählten Vertreter zu „unserem Besten“ beraten und beschließen ist nicht erwünscht und wird regelmäßig mit den unterschiedlichsten Begründungen abgewiesen. Verfahren, Strukturen und (teils erzwungene) Veröffentlichungen werden bewusst verkompliziert – in der Hoffnung, dass ein Normalmensch die dahinter steckenden Tricksereien nicht erkennen möge.